Newsletter Ausgabe 52

Meldung vom Sonntag, 1. September 2019

Liebe Leserin, Lieber Leser,

das Thema Komplexität und Lernen nimmt in diesem Newsletter eine klassische

und eine ganz neue Perspektive ein – das Lernen vom Umgang mit komplexen

Situationen im Simulator, wie bei einem Piloten/einer Pilotin zu Beginn der

fliegerischen Karriere, und das Lernen eines maschinellen Agenten aus der Fülle

der in Organisationen verfügbaren Daten über die Mitglieder eben dieser

Organisation- auch People Analytics genannt. 

In diesem zweiten Fall, den Greta Ontrup mit den Studierenden unter die Lupe

genommen hat, steht nicht das Lernen der Menschen im Vordergrund, sondern

das der künstlichen Intelligenzen. Viele Möglichkeiten des Datensammelns sind

uns dabei wahrscheinlich schon bewusst (wenn wir z.B. google nutzen) und wir

nehmen sie mehr oder weniger in Kauf, wenn wir dafür einen bequemen

Datendienst nutzen können. Andere wirken dann doch eher überraschend,

wie die „smarte Toilette“, die Gesundheits- und Drogenprobleme erkennen

kann (https://www.dailymail. co.uk/news/article-5905047/Fears-smart-

lavatory-test-users-drugs-pregnancy-ur- ine-problems.html vom 1. Juli 2018).

Wie fänden Sie das, wenn die Firmentoilette Ihren Gesundheitszustand täglich

an das HR-Department weiterleiten würde? Das Für und Wider solcher

Technologie im Bereich des Personalmanagements hat Greta Ontrup mit

den Studierenden in einem e-book aufbereitet.

 

Und auch die Simulatoren, die menschliches Lernen von komplexen

Zusammenhängen unter ungefährlichen Bedingungen ermöglichen sollen,

sind nur dann intelligent eingesetzt, wenn die für das Training entwickeln

Szenarien das Erwerben von Kompetenzen sicherstellt. Das sog.

Competency-based Training fordert und ermöglicht genau das: das

Definieren von Kompetenzen, das Festlegen von Assessment Kriterien,

um festzustellen ob (tatsächlich) eine Kompetenz erworben wurde, und das

Definieren von Szenarien, die erlebt, erfahren und trainiert werden müssen,

um diese Kompetenzen vor allem unter Stressbedingungen abrufen zu können.

Über die Entwicklung von Competency-based Training berichtet Helmut

Blaschke im zweiten Beitrag des Newsletters.

Also: schauen Sie sich das nächste Mal vorher Ihre Firmentoilette genauer an und denken Sie in Kompetenzen anstelle von Unterrichtseinheiten!

 

In diesem Sinne, einen schönen Herbst wünschen Ihnen

 

Annette Kluge & das gesamte Wips Team


Download