Newsletter Ausgabe 44

Meldung vom

Aus der Forschung für die Praxis

  • Der Weg zum Ausweg: Fragebogen zu Dilemma-Situationen

 

Aus der Forschung

  • Nachhaltige Kurve
  • Die Nützlichkeit von Team Level Process und Performance
  • Ich schaffe das - und wir auch
  • Die hohe Kunst des Fertigkeitserhalts
  • Dynamische Arbeitshilfen in Cyber Physischen Produktionssystemen
  • Forschungsbereich Intentional Forgetting in Organisationen
  • Extinction versus Replacement
  • Regelverstöße in Organisationen
  • The bright side of so called dark forces
     

 

Liebe Leserin, Lieber Leser, „Ich bin eigentlich ganz anders, ich komme aber viel zu selten dazu"*. Dieser Satz von Horvath, inzwischen auch Teil eines Pop Songs, drückt aus, worum es in der For­schung zum Thema Arbeitssicherheit und Safety Management oft geht: Wir wissen, wie man sich sicher verhält, aber wir kommen selten dazu es anzuwenden. Denn „man muss nur mal rasch...." Oder „man soll mal eben..." Sicheres Handeln und Ver­halten ist eben nur ein Ziel unter vielen, das „man" täglich zu erreichen hat. Pünktlich und schnell sein ist ein Ziel, Qualität liefern ein anderes Ziel, man soll Produktionsvor­gaben erreichen, dabei alle Regeln beachten. Der Vertrieb sagt: „Liefert zum verein­barten Termin! Sonst zahlen wir Strafe", der Vorgesetzte sagt: „Arbeitet sicher, sonst zahlen wir höhere Versicherungsbeiträge!" Unser Tagesablauf ist häufig ein „klassi­sches Dilemma" – wie man sich auch entscheidet - man kann zumindest gefühlt nicht beide Ziele gleichzeitig erreichen, sondern nur ein Ziel auf Kosten des anderen. Solche Dilemma-Situationen, die die Arbeitssicherheit thematisieren, hat sich Pia Schempp in ihrer Untersuchung schildern lassen und daraus eine erste Version eines Fragebogen entwickelt, den sie zusammen mit Sebastian Brandhorst in dieser Ausga­be vorstellt. Zudem stellen wir Ihnen Blitzlichter unserer Forschungsergebnisse vor, die wir als Lehrstuhl auf der Tagung Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsycho­logie im September in Dresden präsentierten. Der Songtext lautet übrigens so: „Eigentlich bin ich ganz anders ich komm´ nur viel zu selten dazu Du machst hier grad´ mit einem Bekanntschaft den ich genauso wenig kenne wie du Ich hab´ so viel´ Termine in der Disco, vor Gericht und bei der Bank Da schick´ ich einfach meine Vize-Egos und das wahre Ich bleibt lieber im Schrank Ich bin gar nicht der Typ, den jeder in mir sieht und das werd` ich euch bei Zeiten auch alles noch beweisen (...)"** Haben Sie einen schönen Herbst - und schauen Sie doch mal, welcher Typ Sie sind oder nicht sind, den alle in Ihnen sehen... Annette Kluge & das gesamte WiPs-Team *"Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu." Aus "Zur schönen Aussicht", in: Horváth, Gesammelte Werke, Suhrkamp, 2.Aufl. 1978, Bd. 3, S.67. ** http://www.udo-lindenberg.de/03_ganz_anders.60385.htm, Ganz anders, Songtext von Text: Jan Eißfeldt; Musik: Andreas Herbig, Henrik Menzel Dieser und weitere Newsletter auch online unter: http://www.aow.ruhr-uni-bochum.de/newsletter/index.html.de