Newsletter Ausgabe 34

Meldung vom Dienstag, 31. März 2015

  • Aus der Forschung:
    • Similarities between Maritime and Process Industries un­der the lens of Human Factors´ research (von Dr. Salman Nazir)
  • Aus der Lehre:
    • Praxis in der Lehre (von Annette Kluge)
    • Von Binnenschiffen und Content Management Systemen (von Jonas Galemann und Benedikt Heß)
    • Wissenschaft praxistauglich aufbereitet (von Annette Kluge)
  • Aus der Praxis:
    • Kennen Sie die Auswirkungen von Müdigkeit? (von Annette Kluge)
    • Fatigue im Fokus flugbetrieblicher Sicherheitskultur (von Sebastian Sieberichs)
  • Informationen zu unseren Veröffentlichungen:
    • Pressemitteilung der DGPs zu einem unserer Artikel vom 03.02.2015
    • Neue Veröffentlichungen

 

Liebe Leserin, Lieber Leser, was haben Prozesskontrolle und Schiffsführung gemeinsam? Nicht viel, wenn man sich nur die „Oberfläche“ beider Tätigkeitsfelder anschaut. Das eine steht fest auf dem Boden, das andere bewegt sich auf einem sich ebenfalls bewegenden und fluiden Untergrund. Sehr viel, sagt Salman Nazir, der die dahinterliegenden kognitiven Anforderungen anschaut. Was haben Binnenschifffahrt und Seeschifffahrt gemeinsam? Ebenfalls wenig würden wahrscheinlich die Schiffsführer/innen sagen, die jeweils zur See oder auf einem Binnengewässer unterwegs sind. Natürlich kommt es auf die Betrachtungstiefe der jeweiligen Betrachtungen an- denn die Prozesskontrolle und die Schiffsführung sind- was die kognitiven Anforderungen angeht- ähnlicher als man denkt, wie Salman Nazir in seinem Beitrag berichten wird, während, wenn man Fließgeschwindigkeit, Untergrundtiefen und Lademengen vergleicht, sich die Binnen- und Seeschifffahrt stark unterscheiden. Was das Management bei der Einführung eines Qualitäts- und Sicherheitsmanagement in der Binnenschifffahrt in Form eines Content Management Systems beachten sollte, haben die Studierenden der Ruhr Universität im WS14/15 herausgearbeitet und sich darüber mit der Tätigkeit von Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologen/innen vertraut gemacht. Diese Erkenntnisse sind zwar einerseits spezifisch für die Binnenschifffahrt und andererseits auch wieder übertragbar auf andere Managemententscheidungen, wenn es darum geht, eine technische Innovation einzuführen, bei der sichergestellt werden soll, dass die Mitarbeiter/innen diese fest in ihren Arbeitsroutinen verankern sollen (wie schön, dass „verankern“ hier so hervorragend passt). Sowohl in der Prozesskontrolle, in der Schifffahrt sowie auch in der Luftfahrt sind Leistungen, die durch Müdigkeit beeinflusst wird, suboptimal. Die Auswirkungen von Schlafmangel wird häufig mit dem Einfluss von Alkohol auf die Leistungsfähigkeit verglichen (z.B. Flin et al., 2008). 2-4 Stunden weniger Schlaf in der Nacht und Ihre Leistung ist wie nach vier Bieren. Mag sich amüsant anhören- wir alle wollen aber lieber in einem Flugzeug sitzen, in dem jemand fit, wach und ohne Alkoholeinfluss fliegt. Der Gesetzgeber und die Fluggesellschaften haben das erkannt- und haben deshalb Regelungen entwickelt, die die Fluggesellschaften in ein Fatigue Risk Management übersetzt haben. Davon berichtet Sebastian Sieberichs in seinem Artikel „Fatigue im Fokus“. Und abschließend gratulieren wir Frau Dr. von der Heyde herzlich zur bestandenen Promotion zum Thema Regelverstöße in Organisationen, deren Inhalt sie für Sie kurz zusammenfasst hat. Ihnen allen einen schönes Frühjahr und einen guten Schlaf! :)

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