Newsletter Ausgabe 29

Meldung vom Donnerstag, 31. Oktober 2013

  • Aus der Forschung für die Praxis:
    • Schützt Arbeitserfahrung vor Fertigkeitsverlust in hochautomatisierten Arbeitsumgebungen? (von Annette Kluge, Julia Miebach & Barbara Frank)
    • Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – Cortisolmessung als praktikable Methode zur Erfassung der psychischen Belastung? (von Florian Watzlawik)
    • Die Fliegerhorstfeuerwehren der Bundeswehr als High Responsibility Teams (von Björn Scholz)

 

Sehr geehrte Leserin, Sehr geehrter Leser, die Entwicklung, dass wir alle immer älter werden, hat den Nebeneffekt, dass wir uns einmal Gerlerntes auch immer länger merken müssen. Aber auch die technische Entwicklung führt dazu, dass uns die Technik viele Dinge und Fertigkeiten "abnimmt", die wir erst dann wieder zum Einsatz bringen müssen, wenn die Technik ausfällt, oder wenn man keinen Strom hat. Aber wie gut sind wir (dann noch) dazu in der Lage? Das haben wir uns auch gefragt und sind dieser Frage in einem Experiment nachgegangen. Dabei findet sich erstaunliches, nämlich dass Arbeitserfahrung - auch mit der Technik - nicht vor Vergessen schützt, wie der Beitrag von Julia Miebach, Barbara Frank und mir zeigt. Wenn die Technik plötzlich ausfällt, erleben wir auch schlagartig eine physiologische und emotionale Reaktion, die wir "Stress" nennen. Sich "gestresst" fühlen gehört zwar einerseits schon fast zum guten (Arbeits-)Ton, war aber andererseits immer etwas schwierig in quantitative Daten zu übersetzen und blieb doch eher ein "subjektives" Erleben. Was den/die eine/n stresst, bringt den/die andere/n noch nicht aus der Ruhe. Florian Watzlawik zeigt Ihnen in seinem Beitrag nun auf, wie man die Stressreaktion inzwischen mit (fast) einfachen Mitteln und Techniken auch in Arbeitssituationen in quantitative Daten übersetzen kann. Also "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt" - aber dies vor allem um den Cortisolwert im Speichel zu messen, wie Sie in seinem Beitrag erfahren können. Aus der Praxis berichtet diesmal Björn Scholz, der uns über seine Untersuchung von Fliegerhorstfeuerwehren informiert, die er als High Responsibility Teams untersucht hat - denn auch hier ist Feuerwehr nicht gleich Feuerwehr. Fliegerhorstfeuerwehren, die üblicherweise nicht viele Personen kennen oder sich deren Existenz bewußt sind, sind eine feste Institution der Bundeswehr und werden eigens für den Brandschutz und die technische Hilfeleistung unter besonders kritischen Einsatzbedingungen ausgebildet und aufgestellt. Mit seinem Beitrag verhelfen wir den Fliegerhorstfeuerwehren vielleicht auch zu etwas mehr Publizität. Wir freuens uns, wenn für Sie etwas Interessantes dabei ist und wir Sie anregen können über "das eine oder andere" weiter nachzudenken, zu sprechen und Implikationen in der Praxis umzusetzen.

Newsletter Ausgabe 29