Newsletter Ausgabe 23

Meldung vom Samstag, 30. Juni 2012

  • Aus der Forschung für die Praxis:
    • Die Relevanz der theoretischen und praktischen Kompetenz im Bezug auf Verstöße gegen sicherheitsrelevante Regeln (von Ananda von der Heyde)
    • Braucht Teamarbeit einen „Gemeinsinn“ auf individueller Ebene? Über das Konstrukt „Collective Orientation“- Was es ist und wie es wirkt (von Vera Hagemann)
    • „Warum hast Du denn nicht einfach gesagt was Du weißt?“- Individuelle und organisationale Faktoren für das Wissensweitergabeverhalten (von Nina Groß)
    • Med-Check: Analyse der Arbeitsabläufe in der Notaufnahme zur Verbesserung der Patientensicherheit (von Christiane Fricke-Ernst)
    • „Nur was unter die Haut geht, kommt im Gehirn an“ (G. Hüther) Ob das ein Simulator schafft? (von Karl-J. Kluge)
  • In der Praxis:
    • „You fight as you train“ (von Helmut Blaschke)

 

Liebe LeserInnen, Wenn man die Unfallanalysen einiger tragischer Unfälle und Katastrophen der vergangenen Monate und Jahre liest, dann beschleicht einen das Gefühl, dass es nicht ausreicht, Mitarbeiter/innen für die Bedienung komplexer technischer Anlagen zu befähigen. Denn diese Unfallanalysen zeigen, dass man trotz besseren Wissens darauf verzichtet hat, sich nach den Vorgaben zu verhalten. Dennoch ist die erworbene Kompetenz für die Regeleinhaltungen nicht unerheblich wichtig, wie Ananda von der Heyde Ihnen berichten wird. Regeln kann man aber natürlich auch nur einhalten, wenn es welche gibt. Der medizinische Sektor ist z.B. bei Regeln und Standards bei Übergaben noch etwas unerfahren. Christiane Fricke- Ernst berichtet deshalb von einem Projekt mit der Notaufnahme eines Düsseldorfer Krankenhauses, das genau diese Problematik angehen wollte, und sich Regeln für z.B. die Patientenübergabe oder die Übergabe durch den Rettungsdienst zu geben. Zur Sicherheit tragen aber nicht nur Standards und Regeln in der Patientennotaufnahme bei, sondern auch die gezielte Wissensweitergabe von Mitarbeiter zu Mitarbeiter. Was aber beeinflusst die Wissensweitergabe z.B. in der Stahlproduktion? Antworten darauf finden Sie in dem Beitrag von Nina Groß. Und es heisst, das Ganze (Team) ist mehr als die Summe seiner Teile- aber dennoch erhöhen individuelle Einstellungen wie z.B. die „Collective Orientation“, wie Ihnen Vera Hagemann berichten wird, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Team „funktioniert“. Karl J. Kluge wird Sie dann anregen und einladen sich selbst zu fragen, ob das Training, das Sie durchführen, tatsächlich so sehr unter die Haut geht, dass es im Gehirn ankommt. Lassen Sie sich auf diese Frage und vor allem auf Ihre Antwort darauf ein, was sie tun wollen, damit sich im Gehirn Gefühls- und Erkenntnisprozesse zeitgleich ereignen. Die Komplexitäts- und Trainingsforschung mit angloamerikanischen Wurzeln beforscht vor allem politisch-militärische Auseinandersetzungen. Den Bogen von einem aktuellen Trainingsbeispiel zum Zusammenspiel von High Responsibility Teams zu seinen historischen Entwicklungen spannt Helmut Blaschke dann abschließend mit seinem Beitrag „You fight as you train“. Nutzen Sie die nun kommenden Sommermonate, in denen Sie weniger im Stau stehen und in denen man mal in Ruhe arbeiten kann, weil die Kollegen und Kolleginnen in Urlaub sind, um die Anregungen in die Tat umzusetzen. Denn „es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ wie Erich Kästner sagte.

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