AOW Forschungsinstrumente

Fragebogen zur Erfassung des organisationalen Klimas für Lernen aus Fehlern (OLAF)

AutorInnen

Daniel Putz, Jan Schilling, Annette Kluge und Constanze Stangenberg

 

Einsatzbereiche

Der OLAF ist ein organisationsdiagnostisches Instrument, das z.B. im Rahmen von Mitarbeiterbefragungen und Untersuchungen des Organisationsklimas eingesetzt werden kann. Er erfasst, wie MitarbeiterInnen und Führungskräfte den Umgang mit Fehlern im Arbeitsalltag erleben und inwieweit aus ihrer Sicht alltägliche Fehler für individuelle und organisationale Lernprozesse genutzt werden. Damit liefert er unmittelbare Ansatzpunkte für umfassende Organisationsentwicklungsmaßnahmen und Change Prozesse, die auf eine Förderung von lernfreundlichen Strukturen und damit auf eine Steigerung der Motivation und Leistungsbereitschaft der MitarbeiterInnen sowie auf eine Verbesserung der Qualität und Innovationsfähigkeit von Unternehmen abzielen. Im Rahmen von organisationalen Veränderungsprozessen kann der OLAF darüber hinaus durch wiederholte Erhebungen zur begleitenden Evaluation herangezogen werden.

 

Inhalte

Der OLAF basiert auf einem rational konstruierten Modell des fehlerbezogenen Lernklimas. Er ermöglicht die Messung des fehlerbezogenen Lernklimas in einer Organisation und ihren Organisationseinheiten, d.h. der Wahrnehmung der für fehlerinduzierte Lernprozesse relevanten organisationalen Rahmenbedingungen durch die Organisationsmitglieder. Das Lernklima wird dabei durch mehrere aufeinanderfolgende Phasen des Lernens aus Fehlern bei der Arbeit und die darauf einwirkenden organisationalen Einflussfaktoren beschrieben. Aus der Kombination der Lernphasen mit den Einflussfaktoren ergibt sich ein Facettenmodell des organisationalen Lernens aus Fehlern, das den Inhaltsbereich des OLAF definiert.

 

Subtests /Subskalen und Testformen

Der Fragebogen erfasst in 65 Items das fehlerbezogene Lernklima als Resultat des Zusammenspiels aus Lernphasen und organisationalen Einflussfaktoren. Die Items können nach Lernphasen und Einflussfaktoren zu Subskalen gebündelt werden, die eine detaillierte Betrachtung einzelner Aspekte des Lernklimas erlauben und je nach Forschungsfrage bzw. Befragungsziel auch einzeln eingesetzt werden können. Eine 16 Items umfassende Kurzversion des Fragebogens (OLAF-K) kann darüber hinaus eingesetzt werden, um auf ökonomische Weise einen ersten Eindruck vom Lernklima erhalten. Der Fragebogen liegt in zwei getrennten Versionen für MitarbeiterInnen (OLAF) bzw. Führungskräfte (OLAF-FK) vor.

Bei Interesse an dem Instrument können Sie sich gerne an Frau Prof. Dr. Annette Kluge (annette.kluge@rub.de) wenden.

 

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Zitierung:

Putz, D., Schilling, J., Kluge, A. & Stangenberg, C. (2013). Measuring organizational learning from errors: Development and validation of an integrated model and questionnaire. Management Learning, 44(5), 511 –536.

Kluge, A., Schilling, J., & Putz, D. (2010). Organisationales Klima für ein Lernen aus Fehlern: Die Rolle von charismatisch-zielorientierter und aktivierender Führung. Wirtschaftspsychologie 4/2010, 29-40.

Putz, D., Schilling, J. & Kluge, A. (2012). Measuring Organizational Climate for Learning from Errors at Work. In Bauer, J. & Harteis, C. (Eds.), Human Fallibility – The Ambiguitiy of Errors for Work and Learning (p.107-123). Berlin: Springer.

Putz, D., Schilling, J. & Kluge, A. (2010). OlaF. Fragebogen zur Erfassung des organisationalen Klimas für Lernen aus Fehlern. In W. Sarges, H. Wottawa, & C. Roos (Hrsg.), Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren, Band 2: Organisationspsychologische Instrumente (S. 251-258). Pabst: Lengerich

 


 

Training Evaluations Inventar (TEI)

Autorinnen

Sandrina Ritzmann, Vera Hagemann und Annette Kluge

 

Einsatzbereiche

Das TEI (Training Evaluations Inventar) ist ein Instrument zur Evaluation von Interventionen wie Trainings oder Seminare. Der Fragebogen kann in den formativen, also fortlaufenden, aber auch in den abschließenden summativen Trainingsevaluationsprozess eingebunden werden. Durch die theoretische und empirische Fundierung und seine große Akzeptanz unter den entsprechenden Beteiligten in Organisationen (TrainerInnen, Trainees, EntscheidungsträgerInnen in Trainingsfragen), ist das TEI sowohl für den Einsatz in Forschungsprojekten als auch für die Evaluation von Trainingsinterventionen im organisationalen Kontext geeignet. Weiterhin ist mit dem TEI auch ein Vergleich von verschiedenen Trainingsmodulen möglich.

 

Inhalte

Die zehn Skalen des TEI decken sowohl trainingsrelevante Outcome-Dimensionen wie auch Aspekte des Trainingsdesigns ab.

Für die Konzeption der Skalen der Outcome-Dimensionen bildete Kirkpatricks (1998) einflussreiches hierarchisches Evaluationsmodell mit den vier Ebenen „Reaktionen“, „Lernen“, „Verhalten“ und „Resultate“ die Grundlage. Die ersten beiden Ebenen werden differenziert anhand von fünf Skalen erfasst.

Zu den Outcome-Dimensionen zählen:

  • Reaktion: Subjektiver Spaß
  • Reaktion: Wahrgenommene Nützlichkeit
  • Reaktion: Wahrgenommene Schwierigkeit
  • Lernen: Subjektiver Wissenszuwachs
  • Lernen: Einstellung gegenüber des Trainings

Das Trainingsdesign fokussiert die Aspekte eines Trainings, die den Teilnehmenden beim Lernen und in Bezug auf den Transfer des Gelernten in den Arbeitsalltag unterstützen. Die Dimensionen des Trainingsdesigns basieren auf Merrills Prinzipien des instruktionistischen Lernens (2002). Das TEI deckt mit seinen fünf Skalen folgende Bereiche ab:

  • Problembasiertes Lernen
  • Aktivierung (von Vorwissen)
  • Demonstration
  • Anwendung
  • Integration

 

Bearbeitung

Das TEI erfasst ökonomisch fünf relevante Outcome-Variablen sowie fünf Aspekte des Trainingsdesigns aus Sicht der Teilnehmenden. Die 45 Items werden auf einer 5-stufigen Likert-Skala von den Teilnehmenden des Trainings ausgefüllt und können Hinweise auf den Erfolg der Intervention abbilden. Die Bearbeitung des Inventars dauert ca. 6-8 Minuten.

 

Bei Interesse an dem Instrument können Sie sich gerne an Frau Prof. Dr. Annette Kluge (annette.kluge@rub.de) oder Frau Dr. Vera Hagemann (vera.hagemann@rub.de) wenden.

 

 

Zitierung:

Ritzmann, S., Hagemann, V. & Kluge, A. (2014). The training evaluation inventory (TEI) - Evaluation of training design and measurement of training outcomes for predicting training success, Vocations and Learning, 7(1), 41-73. Online First 2013: DOI: 10.1007/s12186-013-9106-4

Quellen:

Kirkpatrick, D. L. (1998). Evaluating training programs: The four levels (2nd ed.). San Francisco: Berrett-Koehler Publishers.

Merrill, M. D. (2002). First principles of instruction. Educational Technology Research and Development, 50(3), 43-59.