BMBF Projekte

FORKA


Der Rückbau einer kerntechnischen Anlage ist ein kontinuierlicher und den ganzen Standort umfassender Veränderungsprozess. Mit der Abschaltung wechselt der Fokus von einem stabilen Leistungsbetrieb mit wiederkehrenden Aufgaben und standardisierten Methoden im Kraftwerk zu einer Situation, die durch ständige Veränderung sowohl der Anlage als auch der Anlagenorganisation charakterisiert ist.

Der Rückbau kerntechnischer Anlagen führt durch die erforderlichen Veränderungen von Organisations- und Arbeitsprozessen aus arbeits- und organisationspsychologischer Perspektive zu veränderten und erhöhten Anforderungen an die Kompetenzen der involvierten Personen. Mitarbeiter*innen und Führungskräfte sehen sich im Rückbau einem deutlich veränderten Arbeitsumfeld gegenübergestellt.

Um das neue Geschäftsfeld Rückbau effizient und sicher zu gestalten, sollte der Wandel von der stabilen, routinierten und regelungsintensiven Leistungsbetriebsorganisation zur effizienten, projektorientierten und veränderungsintensiven Rückbauorganisation durch ein Changeprojekt im Sinne des Mensch-Technik-Organisation-Ansatzes (M-T-O-Ansatz, Strohm & Ulich 1999) aktiv gesteuert werden.

Ziel des Changeprojekts ist es, die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte im Umgang mit diesem sich stetig verändernden Arbeitsumfeld, der Aufnahme neuer, unterschiedlicher Aufgaben und Wahrnehmung von Befugnissen und (Projekt-) Rollen gezielt zu unterstützen.
Bei dem Projekt handelt es sich um ein Verbundprojekt, dass die Ruhr-Universität Bochum (RUB) gemeinsam mit einem großen Energieträger sowie der Gesellschaft für Simulatorschulung GmbH (GfS) realisiert. Das Projekt hat das Ziel, die durch den Rückbau veränderten Rollen in den Rückbauphasen durch Trainingsmaßnahmen basierend auf der wissenschaftlichen Vorgehensweise zur Trainingsentwicklung (Goldstein & Ford, 2002; IAEA, 1998) zielgruppenorientiert zu entwickeln und zu unterstützen. Es stehen zwei Zielgruppen im Fokus: Mitarbeiter*innen und Führungskräfte/Management von Betreibern und Fremdpersonal.

Dabei gliedert sich das Vorgehen in vier Phasen: es beginnt mit einer Soll-/Ist-Analyse, auf deren Basis Trainingsbedarfe abgeleitet und -zielgruppen spezifische sowie zukunftsorientierte Maßnahmen entwickelt werden. In der dritten Phase erfolgt die Maßnahmendurchführung mit anschließender Evaluation und Bewertung der Wirksamkeit.



Förderkennzeichen 15S9426A